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  <title>Psychosoziale Beratung ohne Bullshit - Thomas Michael Semmler</title>
  <subtitle>Reden wir darüber, was wir wirklich wirklich wichtig ist. Telefonisch und Online via WhatsApp, Signal, Zoom und Discord oder in Persona in Wien.</subtitle>
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  <updated>2026-08-12T16:20:36Z</updated>
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  <author>
    <name>Thomas Michael Semmler</name>
  </author>
    <entry>
      <title>Weniger Marketing, weniger Bullshit - mehr Echtes.</title>
      <link href="https://thomassemmler.com/de/blog/ueber-diesen-blog/" />
      <updated>2026-08-12T16:20:36Z</updated>
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      <content type="html">&lt;html&gt;&lt;head&gt;&lt;/head&gt;&lt;body&gt;&lt;p&gt;Im heutigen Zeitalter ist vieles von Kurzweiligkeit geprägt. An allen Stellen zieht jemand oder etwas an den Fäden unserer Aufmerksamkeit, sodass wir von einem Thema zum nächsten gerissen werden. Kein Wunder, dass &lt;a href=&quot;https://www.vox.com/the-goods/2018/9/10/17826856/fidget-spinners-weighted-blankets-anxiety-products&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener noreferrer&quot;&gt;Anxiety Consumerism&lt;/a&gt; längst in der Gesellschaft angekommen ist. Vor allem sind es Unternehmen und Influencer, die um unsere Aufmerksamkeit ringen und diese wie eine Währung handhaben.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Echtes&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Die Aufmerksamkeit von Menschen ist also wertvoll, literally. Da will ich aber noch einen Schritt weitergehen, denn ich habe meine gesamte Identität als Berater auf meiner No-Bullshit-Toleranz aufgebaut. Daher soll es in allem, was ich unter dieser Identität nach Außen trage, nicht um Aufmerksamkeit der &lt;em&gt;Aufmerksamkeit&lt;/em&gt; wegen gehen. Stattdessen soll es &lt;em&gt;echt&lt;/em&gt; sein. Echt, in Hinblick auf die Kongruenz dessen, was geschrieben wird und wie ich tatsächlich darüber denke - zumindest in dem Moment, in dem geschrieben wird.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Journal&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Daher heißt mein &lt;em&gt;Blog&lt;/em&gt; auch &quot;Journal&quot;. Ein Journal kann zwar ein Synonym für ein Tagebuch sein, stattdessen betrachte ich es jedoch als anlassbezogenes, schriftliches Processing. Ich bin ein großer Verfechter des Schreibens in vielerlei Hinsicht, das kommt auch in der Beratung oft zum Vorschein. Es erlaubt, das viel schnellere und komplexere Denken und Fühlen zu interpunktieren und von dort aus Perspektiven einzunehmen, zu Betrachten, Wörter zu finden oder vielleicht sogar etwas zu &lt;em&gt;verstehen&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Teilen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Schreiben verlangsamt und hat das Potenzial zu verfestigen. Landet das Geschriebene online, im Web, so besteht auch die Chance, dass es eventuell auch verbindet. Ähnlich wie es auch die &lt;a href=&quot;https://www.youtube.com/watch?v=gtcfnDG_0M0&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener noreferrer&quot;&gt;School of Life&lt;/a&gt; mit ihren Videos tut, hoffe ich auch, dass Resonanz entsteht, sich jemand verstanden oder weniger allein fühlt oder im besten Fall sogar zu einer Erkenntnis kommt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Viel Spaß beim Lesen.&lt;/p&gt;
&lt;/body&gt;&lt;/html&gt;</content>
    </entry>
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      <title>Pläne dürfen sich ändern</title>
      <link href="https://thomassemmler.com/de/blog/plaene-aendern/" />
      <updated>2026-08-12T16:20:36Z</updated>
      <id>https://thomassemmler.com/de/blog/plaene-aendern/</id>
      <content type="html">&lt;html&gt;&lt;head&gt;&lt;/head&gt;&lt;body&gt;&lt;p&gt;Vor ein paar Jahren hab ich den Entschluss gefasst, mit Tradition zu brechen und Weihnachten stattdessen &lt;em&gt;alleine&lt;/em&gt; zu verbringen. Was als Pflaster-Schnell-Abreißen-Aktion geplant war, hat sich stattdessen als Reclamation&lt;sup class=&quot;footnote-ref&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://thomassemmler.com/de/blog/plaene-aendern/#fn1&quot; id=&quot;fnref1&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener noreferrer&quot;&gt;[1]&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; herausgestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seither, anstatt Traditionen einfach zu folgen, etabliere ich meine eigenen Traditionen, die sich mehr an meinen eigenen Bedürfnissen ausrichten. Eine dieser Traditionen, ist das Aufputzen des Baums.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Alles Pink&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Im matriarchalischen Gravitationszentrum der Familie war es üblich einen besonders großen, besonders anmütigen Baum minutiös und nach Methode herzurichten. Kugeln und anderer dekorativer Behang wurde in Kategorien eingeteilt, und Ornamenten mit besonderem historisch-sentimentalem Hintergrund wurden equivalent prominente Orte am Baum zugewiesen. Am Ede kommt letztendlich immer das Lametta, das wurde natürlich wiederverwendet. Manche hatten schon leichte Brennspuren, wenn man sie im Vorjahr doch etwas zu nahe an einen Sternenspritzer&lt;sup class=&quot;footnote-ref&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://thomassemmler.com/de/blog/plaene-aendern/#fn2&quot; id=&quot;fnref2&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener noreferrer&quot;&gt;[2]&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; gehangen hatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;All die Arbeit resultierte alle Jahre wieder in einem glitzernden, bunten und üppigen Weihnachtsbaum. Natürlich fand ich das als Kind auch wunderbar, jedoch hatte ich mir dennoch jedes Jahr insgeheim vorgestellt, wie viel &lt;em&gt;schöner&lt;/em&gt; der Baum doch wäre, wenn er monochrom wäre. Und das war eine der ersten Dinge, die ich nun &lt;em&gt;anders&lt;/em&gt; machte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Meinen ersten Baum zum ersten Weihnachten nur mit mir alleine hatte ich ganz in &lt;strong&gt;Pink&lt;/strong&gt;. Pinke Kugeln, pinke Girlanden - ja sogar pinkes Lametta besorgte ich (wobei sich das dann doch zu unpraktisch herausstellte). Und im nächsten Jahr war alles Grün! Einen Abend verbrachte ich sogar damit, YouTube Tutorials zum Binden von doppelten Schleifen anzusehen&lt;sup class=&quot;footnote-ref&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://thomassemmler.com/de/blog/plaene-aendern/#fn3&quot; id=&quot;fnref3&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener noreferrer&quot;&gt;[3]&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt;, damit ich diese ebenfalls am Baum unterbringen konnte.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Defying Gravity&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Und für dieses Jahr war&#39;s wieder so weit - mein kleines monochromes Weihnachtsbäumchen. Blau würde es dieses Jahr werden. Doch als ich dann beim vorweihnachtlichen Schlendern durch Bastelläden und Baumärkte und insolvente Möbelhäuser überhaupt nicht fündig wurde, zog ich bereits in Erwägung, wieder zu pink zurückzukehren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch dann fand ich sie. Schwarze Kugeln. Kleine, große, glänzende und matte. Fuck it I say. Dieses Jahr werfe ich meine Pläne über den Haufen. Mein Baum wird dreifarbig. Ganz im Sinne von Elphaba und Glinda&lt;sup class=&quot;footnote-ref&quot;&gt;&lt;a href=&quot;https://thomassemmler.com/de/blog/plaene-aendern/#fn4&quot; id=&quot;fnref4&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener noreferrer&quot;&gt;[4]&lt;/a&gt;&lt;/sup&gt; wird mein Baum dieses Jahr Schwarz, Grün und Pink.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;Pläne dürfen sich ändern. Selbst jene, die sich wie in Stein gemeißelt anfühlen. Die besten Pläne sind jene, die mit den sich ständig wandelnden Umständen weiterentwickeln. Es ist besonders wichtig, sich Gedanken zu machen und vor allem auch konkrete Schritte zu planen, wenn es um das eigene Leben geht. Jedoch wenigstens genauso wichtig ist es, deren Validität ständig neu zu evaluieren. Denn nicht nur Umstände, sondern auch wir, unsere Wünsche und Bedürfnisse haben die Tendenz sich weiterzuentwickeln, zu wachsen und dürfen dabei ganz neue Wege einschlagen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schöne Feiertage!&lt;/p&gt;
&lt;hr class=&quot;footnotes-sep&quot;&gt;
&lt;section class=&quot;footnotes&quot;&gt;
&lt;ol class=&quot;footnotes-list&quot;&gt;
&lt;li id=&quot;fn1&quot; class=&quot;footnote-item&quot;&gt;&lt;p&gt;Englisch für &quot;Rekultivierung&quot;; damit ist gemeint, dass man sich etwas wieder zu eigen macht. &lt;a href=&quot;https://thomassemmler.com/de/blog/plaene-aendern/#fnref1&quot; class=&quot;footnote-backref&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener noreferrer&quot;&gt;↩︎&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&quot;fn2&quot; class=&quot;footnote-item&quot;&gt;&lt;p&gt;oder auch als &quot;Wunderkerze&quot; bekannt. &lt;a href=&quot;https://thomassemmler.com/de/blog/plaene-aendern/#fnref2&quot; class=&quot;footnote-backref&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener noreferrer&quot;&gt;↩︎&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&quot;fn3&quot; class=&quot;footnote-item&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://www.youtube.com/watch?v=P5SI2MmXV8g&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener noreferrer&quot;&gt;https://www.youtube.com/watch?v=P5SI2MmXV8g&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;https://thomassemmler.com/de/blog/plaene-aendern/#fnref3&quot; class=&quot;footnote-backref&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener noreferrer&quot;&gt;↩︎&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;li id=&quot;fn4&quot; class=&quot;footnote-item&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;https://www.youtube.com/watch?v=qeqj5GnoFUY&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener noreferrer&quot;&gt;https://www.youtube.com/watch?v=qeqj5GnoFUY&lt;/a&gt; &lt;a href=&quot;https://thomassemmler.com/de/blog/plaene-aendern/#fnref4&quot; class=&quot;footnote-backref&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener noreferrer&quot;&gt;↩︎&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/li&gt;
&lt;/ol&gt;
&lt;/section&gt;
&lt;/body&gt;&lt;/html&gt;</content>
    </entry>
    <entry>
      <title>Neue Gewohnheiten des Alltags kultivieren, Teil 2</title>
      <link href="https://thomassemmler.com/de/blog/neue-gewohnheiten-kultivieren-2/" />
      <updated>2026-08-12T16:20:36Z</updated>
      <id>https://thomassemmler.com/de/blog/neue-gewohnheiten-kultivieren-2/</id>
      <content type="html">&lt;html&gt;&lt;head&gt;&lt;/head&gt;&lt;body&gt;&lt;p&gt;Gut geplante Veränderungen scheitern oft an den Realitäten der Umstände. Mit ein paar doch recht einfachen Kniffs lässt sich dem jedoch ganz gut entgegenwirken. Der Schlüssel liegt im Kleinen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Der Post ist in zwei Teile aufgeteilt worden, weil er zu lange geworden ist. Teil 1 beschäftigt sich mit Planung &amp;amp; Vorbereitung. Teil 2 (dieser!) fokussiert sich ergänzend auf Umsetzung &amp;amp; Verfestigung.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Veränderung nachhaltig planen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Gerade Veränderungen am eigenen Verhalten brauchen ein gutes &lt;em&gt;Statt-dessen&lt;/em&gt;, damit sie keinen großen Verlust für uns darstellen. Denn selbst der Verlust von schlechten Gewohnheiten ist ein Verlust auf den wir oft mit dem entsprechenden Verhalten generieren. Oder noch blöder, wenn&#39;s um Gewohnheiten geht, mit dem Versuch ebenjenen Verlust zu vermeiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die schwierigste Übung besteht daher darin, einen langwierigen Übergang von alt zu neu zu planen, sodass alt und neu ineinander übergehen. Es geht also weniger darum, einen Strich zu machen und neu zu beginnen, stattdessen einen Weg zu definieren, sich Schritt für Schritt dem neuen zu nähern, sodass am Ende das Neue der Status Quo ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Konkret bedeutet das, sich viel, &lt;em&gt;viel&lt;/em&gt; Zeit für die Veränderung zu nehmen. Dabei meine ich wirklich &lt;em&gt;viel&lt;/em&gt; Zeit. Ich rede hier tatsächlich von Jahren. Wachstum braucht nämlich nicht nur Zeit, Nährstoffe, sondern auch die richtigen Umstände. Glück spielt bei jedem Erfolg eine Rolle. Wer alles auf einen Moment setzt, setzt sich der Gefahr aus, dass die Tagesverfassung jenen Moment für sich beansprucht und dann war&#39;s schneller vorbei als es begonnen hat.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;An einer Schraube schrauben&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Eine einfache Empfehlung, die man hier geben kann, ist es in erster Linie nur an einer Schraube schrauben - an einer kleinen. Dieses Prinzip kommt vor allem dann zur Geltung, wenn es um Ernährung und Bewegung geht. Denn in beiden Feldern weiß man, je mehr man weiß, was man denn nicht alles falsch macht und besser machen sollte. Das ist alles schön und gut, wer jedoch alles Unpassende auf einen Schlag ersetzt, der verlangt von sich sehr, &lt;em&gt;sehr&lt;/em&gt; viel ab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Prinzip hier ist verblüffend einfach: 1 besser als beim letzten Mal. Alles Weitere ist Fleißaufgabe aber nicht notwendig. Erfolg soll gegeben sein, wenn jene 1 erreicht ist. Die ominöse 1 kann jedoch etwas abstrakt wirken, daher hier ein Beispiel:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;M. möchte ihr Essverhalten ändern, vor allem von Süßem wird meistens mehr gegessen mehr als recht ist. Im ersten Schritt hat M. nur mal dokumentiert, was alles so an Süßem zu sich genommen wird. Und jetzt wo sie das vor sich hat, ist sie gar ein wenig überwältigt, denn dass es so viel ist, das war ihr bis zu diesem Zeitpunkt nicht so bewusst. Daher nimmt sie sich vor, abends anstatt einer Tafel Schokolade und zwei Schokoriegel gar nichts Süßes mehr zu essen. Ein Aus der Schleckerei! Ein gesünderes Joghurt muss es stattdessen auch tun.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Hört sich gut und nobel an - und das kann auch gut funktionieren, wenn die Umstände passen, Momentum da ist und man halt auch Glück hat. Wer sich darauf aber nicht verlassen kann, der ist gut beraten, an einer einzelnen Schraube zu drehen, und diese nur um 1 in die richtige Richtung zu drehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Szenario kann man nach diesem Prinzip auf mehrere Arten arbeiten:&lt;/p&gt;
&lt;ul&gt;
&lt;li&gt;1 Tag in der Woche geht M. stattdessen mit Freund:innen abends aus, oder lädt sie zu sich ein&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;1 Tag in der Woche gibt es einen Schokoriegel weniger, stattdessen ein kleines Joghurt&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Beim abendlichen Süßen lässt sie 1 Schokoriegel aus&lt;/li&gt;
&lt;li&gt;Beim abendlichen Süßen lässt sie 1 Stück der Tafel Schokolade über&lt;/li&gt;
&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Das Prinzip bleibt gleich: An einem kleinen Bestandteil wird eine kleine Veränderung um einen Schritt vorgenommen. Wie groß die 1 sein kann, hängt von der Sache selbst und von der Person ab. Aber: das beschriebene Szenario ist machbar, aber stellt keine leichte Aufgabe dar. Denn das Joghurt ersetzt eben die Tafel Schoko &lt;em&gt;absolut gar nicht&lt;/em&gt;. Und das kommt von &#39;nem absoluten Joghurt Fan.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Verändert man nur eine Kleinigkeit, so minimiert man das Verlust-Erleben oder kann dem eventuell komplett entgehen. Aber, man gibt sich dann auch so lange wie notwendig, bis die Veränderung Normalität geworden ist. Im besten Fall ein paar Wochen oder Monate. Und erst dann schraubt man an der nächsten kleinen Schraube!&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Das Tun selbst ist ein Erfolg&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Veränderungen nachhaltig umsetzen ist harte Arbeit. Daher ist es wichtig, Erfolge zu feiern. Zwischentappen als Meilensteine auf dem Weg zu größeren Zielen sind ausschlaggebende Marker der eigenen Leistung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist oft besonders schwierig, sich Erfolg einzugestehen, vor allem wenn man ja noch nicht ist, wo man sein möchte. Aber als Menschen hat das Feiern von Meilensteine, wie Geburtstagen oder akademischen Abschlüssen auch eine weitere wichtige Funktion, nämlich die Zeit zu würden, die hinter uns liegt, und den neuen Raum anzuerkennen, der nun vor uns steht. Jeder Meilenstein stellt eine Transformation dar und wenn man Veränderung nachhaltig erarbeitet, sind diese Transformationen oft langsam und so klein, dass es leicht ist, zu vergessen, dass man eigentlich gerade monumentales verbringt.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Jeden Fortschritt verfestigen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Aus denselben Gründen ist es ausschlaggebend, einen Weg zu finden, den eigenen Fortschritt zu verfestigen. Dafür gibt es verschiedene Wege und ein bisschen wird das auch vom spezifischen Ziel, das man verfolgt, abhängen. Es ist jedoch immer möglich, eine Excel-Liste oder ein kleines Journal zu führen. Achte dabei jedoch darauf, jenes zu festzuhalten, worin sich eine &lt;em&gt;Verbesserung&lt;/em&gt; oder eine &lt;em&gt;Vermehrung&lt;/em&gt; äußert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein kleiner Hinweis hier: Es ist verlockend, vor allem wenn es um Essen oder Sport geht, hier mit Soll-Nummern zu arbeiten. Also, so möchte man wenigstens 2 Mal in der Woche Sport machen oder eben das Naschen an spezifischen Tagen sein lassen. Es ist empfehlenswert, jene Soll-Zahl, die auch ihre Berechtigung hat, nicht zu verfestigen. Denn die Umstände gehören zur Realität des Lebens einfach dazu. Verfestige nicht die kleinen &quot;Rückfälle&quot; - es geht nicht darum, ein Logbuch des Versagens zu führen, sondern darum, zu visualisieren und greifbar zu machen, was du geleistet hast.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Vom Rückfall zum Vorfall&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Weil eben das Wort jetzt schon gefallen ist, möchte ich eine kleine Anekdote aus dem Beratungs-Studium erzählen. Wir sprachen darüber, wie wir denn mit den Rückfällen von Klient:innen in alte Muster umgehen würden. Und da kam die wunderbare Antwort an uns zurück, dass es so etwas wie Fälle zurück ja gar nicht gäbe. Es gebe lediglich den Fall nach vorne.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denn: dass man mal auf einem schwierigen und wichtigen Weg fällt, ist zu erwarten. Wie könne also etwas, was man von Anfang an als Teil des Weges ansieht, denn ein Rückfall sein? Eine sehr befreiende Formulierung!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vorfälle werden immer Teil von Veränderung sein, gerade wenn es um Gewohnheiten geht. Es ist nicht leicht, verfestige Muster zu verändern. Denn es gab ja gute Gründe dafür, diese zu entwickeln. Wir tun gut, mit uns rücksichtsvoll, achtsam und liebevoll umzugehen und uns stets fortschreitend zu sehen. Ein Vorfall muss somit nicht die Macht haben, all unsere Bemühungen dahin zunichtezumachen und die weitere Reise hin zu unseren Zielen zu entgleisen.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;Vor 2 &lt;span class=&quot;fraction&quot;&gt;1/2&lt;/span&gt; Jahren habe ich mit dem Laufen begonnen. Anfänglich hab ich mir aber lediglich vorgenommen, jeden zweiten Tag einfach zu &lt;em&gt;laufen&lt;/em&gt;. Es ging nur darum, es zu tun. Ich wollte sehen, kann ich das überhaupt machen. Und bereits beim zweiten Mal konnte ich weiter laufen als beim ersten Mal. Die Erfolgsmomente stellten sich nach einander ein und heute sehe ich mich als &quot;Sportler&quot; an, denn so gestalte ich meine Freizeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber von jenem Ausgangspunkt zum heutigen Stand gab es eine Reihe von sehr, sehr kleinen Veränderungen, die sich letztendlich ansammelten und zu einer fundamentalen Umstrukturierung meines gesamten Lebens führten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Viel Erfolg!&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;In eigener Sache: Beratung ist ein wunderbares Instrument, um &lt;a href=&quot;https://thomassemmler.com/de/blog/neue-gewohnheiten-kultivieren-2/#contact&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener noreferrer&quot;&gt;Gewohnheiten nachhaltig zu verändern&lt;/a&gt;. Ich würde mich sehr darüber freuen, dich dabei zu unterstützen!&lt;/p&gt;
&lt;/body&gt;&lt;/html&gt;</content>
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    <entry>
      <title>Neue Gewohnheiten des Alltags kultivieren, Teil 1</title>
      <link href="https://thomassemmler.com/de/blog/neue-gewohnheiten-kultivieren-1/" />
      <updated>2026-08-12T16:20:36Z</updated>
      <id>https://thomassemmler.com/de/blog/neue-gewohnheiten-kultivieren-1/</id>
      <content type="html">&lt;html&gt;&lt;head&gt;&lt;/head&gt;&lt;body&gt;&lt;p&gt;Wer alte Muster verändern möchte, die nicht mehr wirklich funktionieren, aber sich im mittlerweile Alltag verfestigt haben, die tut sich manchmal besonders schwer, diese durch etwas Neues, Besseres zu ersetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als zuletzt bei einem Gespräch dieses Thema aufgekommen ist, wurde mir bewusst, dass ich da schon einiges ausprobiert hatte und dass ich für mich mittlerweile eine kleine Sammlung an Tipps zusammenstellen könnte und das mach&#39; ich hiermit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Der Post ist in zwei Teile aufgeteilt worden, weil er zu lange geworden ist. Teil 1 (dieser!) beschäftigt sich mit Planung &amp;amp; Vorbereitung. Teil 2 fokussiert sich ergänzend auf Umsetzung &amp;amp; Verfestigung.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Draufschauen &amp;amp; Festhalten&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Je nach Gewohnheit wird es oftmals notwendig sein, den Status Quo der Gewohnheiten erst mal greifbar zu machen. Möchtest du deine Essgewohnheiten verändern, so führe erstmal Buch über die Gewohnheit, die du verändern möchtest. Möchtest du das Naschen am Abend durch etwas Besseres ersetzen, so halte zuerst fest, wie viel und was und wann du überhaupt nascht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Möchtest du mehr körperliche Bewegung in dein Leben bringen, so kann es beispielsweise Sinn machen, dir einen Schrittzähler zu besorgen oder auch nur die Zeiten festzuhalten, die du in einem Zeitrahmen in Bewegung bist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oftmals ist das bereits schwierig, aber es lohnt sich. Oftmals kann es reichen, sich selbst vor Augen zu führen, wie oft man einer unerwünschten Gewohnheit tatsächlich nachgeht. Wie du diese &quot;Daten&quot; erfasst, sei dir überlassen. Wähle einen Weg, der es besonders einfach und leicht macht. Für manche ist das ein kleines Notizbuch für manche ist es aber eine App. Aber es ist zu empfehlen, irgendeine Verschriftlichung in irgendeiner Form definitiv vorzunehmen - eine mentale Notiz ist nicht genug.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Den Status Quo erklären&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Ein wichtiger Schlüssel zum nachhaltigen Verbessern von Gewohnheiten im Alltag ist es, sich darüber Gedanken zu machen, welche konkrete Funktion denn das aktuelle Verhalten hat. Dabei soll ein bisschen Devil&#39;s Advocate spielen und sich die Frage stellen:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Wofür ist das gut? Was habe ich davon?&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Es ist wichtig, hier ehrlich mit sich selbst zu sein. Denn auch eine unerwünschte Gewohnheit hat ihre Wurzeln in einem echten Bedürfnis geschlagen. Dieses Bedürfnis ist höchstwahrscheinlich nach wie vor relevant. Und oft kann das Anerkennen des dahinterliegenden Bedürfnisses schon ausreichen, ums aus dem Bann der Gewohnheiten zu ziehen, die als Kompensation entstanden sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Anerkennen der eigenen Bedürfnisse ist absolut &lt;em&gt;ausschlaggebend&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Bedachtes Formulieren der Veränderung&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Der Dreh- und Angelpunkt aller Veränderung von Gewohnheiten ist ebenjene &lt;em&gt;Veränderung&lt;/em&gt;. Und wie man sich diese Vorstellt macht einen Unterschied!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Den Anfang macht das positive definieren. Damit mein ich aber nicht schön-reden, sondern die angestrebte Veränderung auf eine Art und Weise zu formulieren, sprachlich, die eine Vermehrung und/oder Verbesserung des Status-Quo darstellt. Wir wollen uns ein wenig austricksen in dem wir unserer Psyche nicht die Möglichkeit geben, im Ablegen alter Gewohnheiten einen Verlust zu sehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier ein Beispiel. Die innere Rede hat beispielsweise diese Ausdrücke parat:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Ich möchte weniger Süßes essen.&lt;br&gt;
Ich möchte 5 Kilo abnehmen.&lt;br&gt;
Ich will nicht mehr am Wochenende nur herumliegen.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Daraus kann unter anderem werden:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Ich möchte mehr Gesundes essen.&lt;br&gt;
Ich möchte 5 Kilo leichter sein.&lt;br&gt;
Ich will am Wochenende mehr außerhalb meiner Wohnung unternehmen.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Damit richtest du deinen Fokus nicht nur auf das Erreichen deiner Ziele aus, sondern auch an den konkreten Effekten, die diese für dich haben wird.&lt;/p&gt;
&lt;h3&gt;Wenn&#39;s trotzdem &lt;em&gt;weniger&lt;/em&gt; oder &lt;em&gt;ganz weg&lt;/em&gt; sein soll.&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Positiv-definiertes formuliert funktioniert nicht bei allen Zielen - das ist klar. Aber auch jene Ziele die du vielleicht trotzdem als ein &quot;nicht mehr länger&quot; oder &quot;weniger von&quot; formulieren musst, werden letztendlich zu Begleiterscheinungen führen, die eine Vermehrung und/oder eine Verbesserung für dich darstellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Frage, die dir dabei helfen kann, dennoch eine Formulierung zu finden, die eine Verbesserung und/oder Vermehrung darstellt, kann sein:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Wenn ich nicht mehr XYZ mache, was wird stattdessen da sein?&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Orientiere dich dabei an der Funktion der alten Gewohnheit - dafür ist es eben wichtig, den Status Quo zu erfassen - Wofür war sie denn gut? Was muss an die Stelle der alten Gewohnheit rücken, das für dich dieselbe Funktion erfüllen kann?&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;Alte Gewohnheiten loszulassen bedeutet immer Veränderung. Veränderung wiederum stellt immer auch einen gewissen Verlust dar - selbst wenn es sich dabei um erwünschte Veränderung handelt. Beginne mit einem analytischen und nüchternen Blick auf den aktuellen Stand. Finde &lt;em&gt;gute&lt;/em&gt; erklärungen dafür, gute Gründe für die Gewohnheit - gib ihr Sinn. Denn dieser Blickwinkel ermöglicht es dir, die dahinter stehenden, ernstzunehmenden, Bedürfnisse besser zu erkennen. Nimm dir aus dieser Erkenntnis die schwierigste Übung vor: das Positive Formulieren deiner Ziele zur Veränderung. Wovon soll mehr da sein? Was soll besser werden?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weiter geht&#39;s in Teil 2 mit dem ganz konkreten Umsetzen!&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;In eigener Sache: Beratung ist ein wunderbares Instrument, um &lt;a href=&quot;https://thomassemmler.com/de/blog/neue-gewohnheiten-kultivieren-1/#contact&quot; target=&quot;_blank&quot; rel=&quot;noopener noreferrer&quot;&gt;Gewohnheiten nachhaltig zu verändern&lt;/a&gt;. Ich würde mich sehr darüber freuen, dich dabei zu unterstützen!&lt;/p&gt;
&lt;/body&gt;&lt;/html&gt;</content>
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      <title>Die Kürze des Frühlings</title>
      <link href="https://thomassemmler.com/de/blog/kurzer-fruehling/" />
      <updated>2026-08-12T16:20:36Z</updated>
      <id>https://thomassemmler.com/de/blog/kurzer-fruehling/</id>
      <content type="html">&lt;html&gt;&lt;head&gt;&lt;/head&gt;&lt;body&gt;&lt;p&gt;Seitdem ich vor knapp drei Jahren mit dem Laufen begonnen habe, kommen mir vor allem der Frühling und der Herbst länger vor als zuvor. Als Läufer bin ich bei jeder Jahreszeit und eigentlich auch bei jedem Wetter draußen, um meinem Hobby nachzugehen. Das hat auch den großen Vorteil, dass man viel mehr Gelegenheiten hat, die Übergangsmarker der Jahreszeiten wahrzunehmen. Und das macht auch etwas mit mir. Irgendwie ist ein größerer Teil meiner Innenwelt nun an den Jahreskreis gekoppelt, weil ich dessen Wandel körperlich stärker ausgesetzt bin.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Übergang&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Früher hat sich der Frühling immer als sehr  &lt;em&gt;transitiv&lt;/em&gt; angefühlt - als etwas, was gekommen und gegangen ist - und wenn man nicht genau aufgepasst hat, dann war&#39;s schon wieder Sommer. Dieses Jahr durften wir ja bereits Anfang Mai die ersten Vorboten des Sommers spüren. 30° C hatte es sogar schon. Tatsächlich war die darauf folgende Abkühlung dann ganz erholsam, denn jetzt scheint der Frühling sich zu verabschieden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich finde es besonders angenehm dieses Jahr das Gefühl zu haben, dass es einen tatsächlichen, erlebbaren Übergang gibt. Es wird etwas wärmer, ganz kurz auch heiß, dann kühlt&#39;s wieder ein wenig ab, und jetzt ist&#39;s wieder wärmer, und es wird &lt;em&gt;schrittweise&lt;/em&gt; wärmer.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Zuckerwatte&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Und dennoch ist der Frühling doch &lt;em&gt;so&lt;/em&gt; kurz! Jedes Jahr freue ich mich auf die Magnolien. Dann ist ein Teil der Stadt weiß und pink und sieht aus wie Zuckerwatte. Und dann kommen auch schon die Blüten der Bäume daher. Die Apfelbäume und dann die Kirschen. Und wenn der Flieder dann seinen unglaublichen Duft versprüht, wenn ich Abends am Wienfluss entlang laufe, dann hat auch mein Körper verstanden und akzeptiert, dass der Winter &lt;em&gt;wirklich&lt;/em&gt; vorbei ist.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Persona in flore&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Eine weitere schöne Erinnerung verbinde ich mit dem Duft des Frühlings, als ich Ende April 2020, mitten im Lockdown der Pandemie, einen Song nach dem anderen geschrieben habe. Es war sicherlich schon nach Mitternacht und ich hab auf dem Keyboard herumgeklimpert, bis ich tatsächlich dann den richtigen Akkord fand, der auch zum Text passte. Davon habe ich sogar eine Aufnahme und man hört im Hintergrund einen Vogel zwitschern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich hab heute noch den Geruch diese Nacht in der Nase, wenn ich diesen Song spiele.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;Frühling verabschiedet sich. Im Staffellauf des Jahreskreises hat sie bereits den Stab an die nächste Läuferin weitergegeben. Jetzt laufen sie noch ein Stück gemeinsam. Und während sie das tun, werd&#39; ich mein Bestes tun, um diese verbleibenden, flüchtigen Momente zur gänze auszukosten.&lt;/p&gt;
&lt;/body&gt;&lt;/html&gt;</content>
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      <title>Jetzt laufe ich schon seit 3 Jahren</title>
      <link href="https://thomassemmler.com/de/blog/drei-jahre-laufen/" />
      <updated>2026-08-12T16:20:36Z</updated>
      <id>https://thomassemmler.com/de/blog/drei-jahre-laufen/</id>
      <content type="html">&lt;html&gt;&lt;head&gt;&lt;/head&gt;&lt;body&gt;&lt;p&gt;In meinen frühen 20ern ist mir etwas Lustiges aufgefallen. Während Andere vom Fliegen beim Träumen erzählten, träumte ich stattdessen davon, mühelos und in Windeseile loszulaufen. Und ganz oft würde ich dann dabei fliegen. 2014 hab ich dann auch meine ersten Lauf-Versuche gestartet, aber nach nur drei Wochen, hat mich die Begeisterung verlassen. Die Erfolgsmomente sind einfach ausgeblieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und dann, im Sommer 2022, hat sich wieder ein neues Fenster geöffnet. Ich zog aus meiner ersten Wohnung in die Nächste und musste, aufgrund der Nähe der neuen Wohnung Möbel und Kartons großteils von Hand schleppen. Nach zwei Tagen, in denen ich täglich mehrere Schleppzüge hinter mich bringen musste, fühlte ich mich zwar erschöpft aber auch sehr &lt;em&gt;zufrieden&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem ich den Umzug letztendlich hinter mich gebracht hatte und ich mich in meiner neuen Wohnsituation ausruhte, tat sich plötzlich eine Leere auf, die mir äußerst bekannt war. Sie fühlte sich seltsam ähnlich wie jene an, die ich mich durch meine Essstörung begleitet hatte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber ich verspürte auch das große Bedürfnis, nicht zu denselben Mechanismen zu greifen, die schon zuvor nicht wirklich funktioniert hatten. Dann formulierte sich eine kurze Idee in meinem Kopf. Wäre nicht jetzt der ideale Zeitpunkt, mit dem Sporteln zu beginnen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nur ein paar Minuten hat es dann gedauert, ehe ich dann bei 32°C auf dem Asphalt mit den Nordic Walking Poles unterwegs - denn diesen Moment der Motivation wollte ich nicht verstreichen lassen. Und schon nach 15 Minuten merkte ich: Das reicht nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am nächsten Tag lief ich dann stattdessen los. Ein bisschen laufen, dann gehen. Dann wieder laufen, wieder gehen. Nach 12 Minuten war ich erledigt. Aber motiviert. Nach einem Tag Pause ging&#39;s wieder los, diesmal waren&#39;s schon 22 Minuten, und ehe ich mich versah, war ein Monat vergangen und die 5-Kilometer-Distanz war geschafft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den folgenden Monaten konnte ich dann mit ganz kleinen Erhöhungen nicht nur meine Distanz auf über 10 Kilometer erhöhen, sondern mittlerweile auch auf Gehpausen völlig verzichten. Und dann lief ich am 25.12.2025 das erste Mal die Halbmarathon-Distanz.  Seither habe ich nicht aufgehört zu Laufen. Ich denke vom Laufen als &quot;Training&quot;. Denn ich versuche nach wie vor, mich kontinuierlich zu verbessern.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Bereicherungen durch das Laufen&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Das Laufen hat mein Leben um viele unerwartete Aspekte bereichert. Von den körperlichen, gesundheitlichen Vorteilen mal abgesehen, gibt es nun regelmäßige Anlässe, Zeit im Freien zu verbringen. Das führt dazu, dass ich auch die oft sehr kurzen Jahreszeiten wie der leuchtende Herbst und der duftende Frühling in ihrer Gänze wahrnehmen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Winter wird durch die körperliche Anstrengung ein wenig wärmer und der Sommer beginnt für mich früher und endet auch später. Die Hitze beim Laufen - in unbedenklichen Dosen natürlich - macht außerdem die meiste Hitze des Alltags mehr als erträglich. Und das für mich früher so unangenehme Schwitzen gehört dann auch zum Normalzustand und lässt im übrigen Alltag mehr oder weniger kalt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Laufen hat sich auch als äußerst effektives Werkzeug zum emotionalen Processing herausgestellt. Oft gehe ich auch außerhalb meines Trainingsrhythmus laufen, um Gefühle fließen zu lassen, und sie eventuell auch besser zu verstehen. Und dasselbe gilt natürlich auch für die kreisenden Gedanken, die sich oft entwirren lassen, wenn ich mich in Bewegung gebracht habe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Besonders unerwartet war das veränderte Raumgefühl, das sich durch das Laufen eingestellt hat. Denn durch meine immer größer werdenden Distanzen, musste ich bald Orte und Wege meiner Umgebung entdecken, die mir vorher ganz unbekannt waren. &quot;Wo ich wohne&quot; hat sich durch das Laufen also bedeutend vergrößert!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Laufen trainiert aber hauptsächlich meine Ausdauer. Dadurch kann ich so meiner großen Leidenschaft, dem Wandern, ohne große Vorbereitung nachgehen. Heute kann ich auch Distanzen von über 30 Kilometern an einem Tag wandern, ohne dass sie mich zu sehr schlauchen. Muskelkater kenne ich diesbezüglich eigentlich gar nicht mehr.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Die Zukunft&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;...hält hoffentlich noch mehr Laufen für mich bereit. Heute laufe ich auch gerne mit Freund:innen. Irgendwann möchte ich auch mal auf organisierte Lauf-Urlaube gehen. Und irgendwann weiter möchte ich natürlich auch mal einen Marathon laufen. Bis dahin ist es aber noch ein großes Stück. Meine größte Distanz liegt momentan bei 23,8 Kilometern - da kommt also noch recht viel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die wichtigste Lektion, die mich das Laufen jedoch gelehrt hat, ist die Notwendigkeit, selbst die größten Ziele in kleinste, tatsächlich aus eigenen Kräften gehbare Schritte, runter zu brechen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heute kann ich zwar noch keinen Marathon laufen, aber beim nächsten Halbmarathon könnte ich 200 Meter weiter laufen. Und beim nächsten Mal dann noch 200 Meter, und so weiter...&lt;/p&gt;
&lt;/body&gt;&lt;/html&gt;</content>
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      <title>Gartenarbeit</title>
      <link href="https://thomassemmler.com/de/blog/gartenarbeit/" />
      <updated>2026-08-12T16:20:36Z</updated>
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      <content type="html">&lt;html&gt;&lt;head&gt;&lt;/head&gt;&lt;body&gt;&lt;p&gt;Schon seit geraumer Zeit, denke ich mein Leben als Garten. Der Idee des sich in Bewegung befindlichen Flusses der sich durch die Landschaft windet, wich die Vorstellung eines Raumes in der Welt, der aktiv und unmisverständlch Teil derer ist und von Jahreszeiten, Klima und Pflege mitbestimmt wird.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Wachstum als Bewegung&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Der Fluss ist eine bedeutsame Metapher für das Leben, weil wir damit unsere Lebenszeit als Bewegung von einem Ursprung, durch die Landschaft der Welt konzeptionalisieren können. Der Wasserstand ist nicht immer gleich hoch und wie gut unser Fluss fließt, hängt von der Beschaffenheit der Welt ab, durch die wir uns durchschlängeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So schön wie dieses Bild ist, so fehlt mir jedoch ein wichtiger Aspekt - die bewusste Gestaltung. Ein Garten entsteht jedoch dort, wo wir mit den natürlich Prozessen des Wachstums entschieden intervenieren, oder belassen. Wachstum und Bewegung sind nicht so stark voneinander entfernt. Wo etwas wächst, bewegt sich über immerhin auch etwas. Ist in der Metapher des Flusses die Bewegung das bedeutende Charakterstika, so ist es im Garten das Wachstum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Anders als der Fluss braucht die Bewegung im Garten keine Richtung. Durch die Richtung entsteht erst Linearität, die auch einen klaren Anfang und ein weniger klares Ende mit sich bringt. An ihre Stelle tritt im Garten die Zirkularität. Aus der Linie wird ein Kreis, der nicht nur Synergie und Wechselbeziehung symbolisiert sondern auch an die vielfältigen Zyklen erinnert, die unseren Garten mit formen. Es sind diese Zyklen, die die Rolle der Beschaffenheit der Landschaft in der Metapher des Flusses übernimmt.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Ein Ort&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Der Kreis bringt auch die Idee der Abgrenzung mit. Denn er schließt etwas ein und damit etwas anderes aus. Es gibt ein Innen und ein Außen. Nicht alle Gärten haben deswegen haushohe Mauern die ihn einsperren, aber man könnte argumentieren, dass die Fähigkeit des Gartens sich von der Landschaft in der er sich befindet abzugrenzen ihn erst zum Garten selbst macht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ob diese Grenze ein fließender Verlauf von Flora ist oder einen Schlüssel benötigt um eintreten zu können, entscheiden wir dabei selbst. Und so sehen wir uns nicht als Kapitän:innen eines Schiffes am Fluss des Lebens, sondern als Gärtner:innen unseres Lebensgartens.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Langfristigkeit&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wo unser Garten sich abgrenzt, hätte auch ohne ihn Wachstum stattgefunden. Daher ist es unsere Aufgabe, jenes Wachstum bewusst zu steuern, anzuregen oder zu beenden, wo wir es für angemessen erhalten. Wir säen Samen, kümmern uns um die Bodenbeschaffenheit, bewässern unsere Pflanzen, schützen vor Gezeiten und entfernen Unkraut.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie erfolgreich wir darin sind wird sich letztendlich zu einem Großteil von unserem Willen langfristig zu denken abhängig machen. Wer einen Garten pflegt, weiß dass sie sich nicht nur auf Gezeiten sondern auch unkontrollierbare Wetter-Events vorbereiten kann. Ob wir uns damit für jede erdenkliche Situation vorbereiten, hängt wohl auch von unserer individuellen Art zu gärtnern ab.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Manche Gärten begeistern durch die Schönheit der Unbelassenheit, deren Wege nur dort entstanden sind, wo jemand sie oft genug gegangen ist. Und manch ein Garten ist ist unmissverständlich ein Spiegelbild der Gärtnerin, die ihn mühevoll pflegt.&lt;/p&gt;
&lt;h2&gt;Verschiedenheit als Leitdifferenz&lt;/h2&gt;
&lt;p&gt;Wer einen Garten nutzen möchte, sich von ihm nähren und erhalten möchte, muss auf mehr als nur ein Gewächs bauen. Nicht nur sorgt Diversität im Garten für Resilienz im Umgang mit Schädlingen und Wetter sondern sie sorgt auch für Ertrag im Einklang mit den bedeutsamen Gezeiten. Sowie Kapitän:innen unterwegs auf Lebensflüssen ihr Boot steuern müssen, um nicht gegen die Gewindungen der Landschaft zu prallen, so müssen Gärtner:innen im Bewusstsein um die Zyklen des Gartens Wachstum steuern.&lt;/p&gt;
&lt;hr&gt;
&lt;p&gt;Ich sehe mich heute also mehr Gärtner:in. Ich säe viele verschiedene Projekte und nicht alle davon gehen ganz auf. Nicht alles davon kann geerntet werden. Aber manches fermentiert und anderes kompostiert. Da ich jedoch nie nur auf eine einzige, sondern immer auf eine Vielzahl von verschiedenen Pflanzen setze, ist ein gewisser Ertrag immer gewährleistet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Anders aber als Kapitän:innen, kann ich nicht nur das Ruder drehen. Der Garten wächst zwar alleine, aber damit er wächst, wie ich es visioniere, muss ich als Gärtner immer was tun. Aber abhängig von der Jahreszeit, bedeutet das natürlich nicht immer nur harte Arbeit.&lt;/p&gt;
&lt;/body&gt;&lt;/html&gt;</content>
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